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Zughundesport

“Ein kleine Überblick über Zugsportarten, geeignete Rassen und das benötigte Equipment.”

Zughunde

Wenn man an Zughunde denkt, hat man in der Regel eine verschneite Landschaft, soweit das Auge blickt im Kopf. Man denkt sofort an einen Schlitten, der von mehreren Hunden (meist Siberian Husky, Alaskan Malamut, Samojede und Co) gezogen werden. Hinten dran, der sogenannte Musher, der den Schlitten lenkt. Aber Schnee ist für den Zughundesport nicht immer notwendig. Bereits von über 2000 Jahren wurden Hunde als Zugtier (“des armen Mannes”) eingesetzt. So musste er z.B. Milch vom Bergbauernhof zur nächsten Molkerei ins Tal karren. Vielleicht kann sich ja noch jemand an die Kinderserie “Niklas” erinnern, wo der Hund Patrasch jeden Morgen die Milch in die nächste Stadt karrte. Auch der Rottweiler hatte als “Metzgerhund” u.A. die Aufgabe, das Fleisch des Metzgers zu karren.

Heutzutage wird der Hund als Zugtier nur noch selten benötigt. Motorschlitten, Schneemobile und Co haben den Platz eingenommen. Nichtsdestotrotz werden Hunde immer noch als Zughund verwendet. Der Zughundesport erfreut sich neuer Beliebtheit.

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Zughundesport-Arten!

Canicross/Dogtrekking

Dabei sind Hund und Mensch über eine flexible Leine verbunden. Ziel ist es, dass der Hund den Menschen über das Gelände zieht. Auch kleinere Hunderassen können diesen Sport machen. So richtig lustig und sportlich wird es, wenn der Hund tatsächlich zu ziehen beginnt. Dabei können durchaus Geschwindigkeiten von 30 km/h und mehr erreicht werden. Während es beim Canicorss eher um das Laufen auf relativ kurze Distanzen geht, geht es beim Dogtrekking um das Absolvieren langer Distanzen. Hier muss nicht zwingend gelaufen werden. Dogtrekking kann man auch als “Hundeweitwandern” übersetzen. Dabei müssen Hund und Halter so schnell wie möglich mittels einer Karte und Wegbeschreibungen von A nach B. Dabei reichen die Distanzen von 40 bis 80 Kilometer. Damit nicht geschummelt und Abkürzungen genommen werden, gibt es auf dem Weg einige Checkpoints, die -ähnlich wie beim Orientierungslaufen- der Reihe nach absolviert werden müssen.

Bikejöring/Dogscooter

Auch bei dieser Sportart muss der Hund den Menschen ziehen. Dabei sitzt der Mensch im Falle des Bikejörings auf einem Fahrrad. Wer einen kräftigen Zughund hat und selbst gut trainiert ist, kann hier Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50km/h erreichen. Dennoch ist diese Sportart auch für kleinere und ältere Hunde geeignet, da man durch aktives Fahrradfahren den Hund unterstützen kann.

Statt einem Fahrrad kann man auch einen Scooter (Tretroller) nutzen. Hier muss das Fahren mit dem Scooter vorab ohne Hund gelernt werden. Da man beim Scooter im Gegensatz zum Fahrrad weniger mithelfen kann (das permanente Mittreten fällt flach), sollte hier auf die Größe und auf das Alter des Hundes geachtet werden.

Skijöring

Ähnlich wie Canicross und Bikejöring ist auch das Skijöring. Hier ist der Mensch zu Ski unterwegs während Hund, Pferd oder Motorfahrzeug den Menschen durch das verschneite Gelände zieht. Es gibt sogar Wettkampfdisziplinen, wo ein Hindernisparcours absolviert werden muss.

DogTrike/Sacco Cart

Auch Hundewagen kommen im Hundezugsport vor. Zu erwähnen wäre hier das Dog-Trike, ein dreirädiger Trainingswagen. Vorne befindet sich ein Rad und hinten zwei. Im Gegensatz zu einem Scooter/Roller bzw. einem Fahrrad, bietet ein Trike durch die größere Breite eine erhöhte Standfestigkeit. Allerdings liegt das Eigengewicht eines Trikes auch höher, weshalb es nur von zwei Hunden bzw. sehr zugkräftigen Hunden gezogen werden kann.

Ein weiterer Hundewagen ist das Sacco Cart. Es besitzt vier Räder. Der Mensch fährt hier sitzend mit. Ein Mittreten (wie beim Bike) geht hier nicht. Pedale gibt es keine. Auch hier gilt: durch das hohe Eigengewicht sollte das Sacco Cart von zwei Hunden bzw. sehr zugkräftigen Hunden gezogen werden.

Welche Hunde eignen sich für den Zughundesport?

Pinzipiell eignet sich jeder lauffreudige, gesunde, ausgewachsene Hund zum Zughundesport. Je nach dem welchen Zughundesport man machen möchte, spielt auch die Größe eines Hundes eine Rolle. Ein kleiner Hund wird sich schwer tun einen Hundewagen zu ziehen. Ebenfalls sehr große Rassen wie Bernhardiner, Neufundländer und Co werden sich bei schnellen Zughundesportarten schwer tun. Für diese käme das Ziehen eines Bollerwagens oder Dogtrekking eher in Frage. Prinzipiell kann man sich merken, dass jeder Hund in der Lage ist, das 4-fache seines eigenen Körpergewichts zu ziehen, nordische Hunde sogar bis zum 9-fachen ihres eigenen Körpergewichts!

Wichtig beim Zughundesport ist die Gesundheit. Hat der Hund Gelenksprobleme oder Herz-/Kreislaufprobleme ist Zughundesport nur bedingt bis gar nicht möglich. Prinzipiell empfiehlt es sich VOR Beginn eines Hundesports, den Hund tierärztlich durchzuchecken!

Auch wenn Zughundesport prinzipiell mit jeder Rasse, wie auch Mischling möglich ist, gibt es natürlich einige Rassen, die hier besonders hervorstechen und sogar eigens dafür gezüchtet werden. Hier eine kleine Aufzählung.

Zu den klassischen Schlittenhunderassen zählen:

Schlittenhundetypen, die als Rasse nicht, noch nicht, oder nur von einzelnen Zuchtverbänden anerkannt werden:

Des weiteren wurden in der Geschichte große, kräftige Hunde zum Ziehen von Karren und Bollerwagen eingesetzt wie z.B. der Rottweiler. Auch das Militär hat immer wieder Hunde als Zughunde verwendet.

Was ist zu beachten?

  • Für den Zughundesport MUSS passendes Equipment verwendet werden. Je nach dem welcher Zughundesport betrieben werden soll, gibt es eigene Zuggeschirre und Leinen inkl. Dämpfer dafür. Dieses Equipment ist wichtig, damit es zu keine dauerhaften Schäden beim Hund kommt! NIEMALS darf der Hund beim Zughundesport an einem Halsband geführt werden. Alleine die Vorstellung sollte jeden schon davon abhalten, einen Hund am Halsband ziehen zu lassen. Man selbst würde sich 30kg und mehr ja auch nicht am Hals festmachen. Ebenfalls ist ein normales, im Handel erhältliches Führgeschirr nicht zu empfehlen, da es beim Ziehen die falschen Körperregionen belastet. Auch kann es durch fehlende Polsterung zu Schmerzen und/oder Verletzungen führen. Wenn du in den Zughundesport hinein schnuppern möchtest, lass dich bitte von einem Experten beraten!
  • Jedes Gefährt, dass hinter einem Hund gespannt wird benötigt eine Bremsmöglichkeit! Es muss gewährleistet sein, dass das Gefährt niemals auf den Hund auflaufen kann!
  • Das Hundegespann sollte niemals ungesichert stehen. Entweder bleibt man beim Gespann stehen und sichert es mit der Leine ab oder man sichert das Gefährt mit einer zusätzlichen Leine z.B. an einem Masten oder Baum.
  • Das Hundegespann sollte jederzeit kontrollierbar bleiben, gerade im Straßenverkehr! Je nach dem mit welchen Gefährt man unterwegs ist, ist zusätzlich abzuklären, in wie weit die Nutzung im öffentlichen Raum (bzgl. Verkehrsraumordnung) erlaubt ist.
  • NIEMALS sollte man mit dem Hund längere Zeit über Asphalt laufen, da dies für die Gelenke sehr schädlich ist und sich der Hund die Pfoten schnell wund läuft. Übrigens, Hundesportveranstaltungen auf Asphalt sind in Österreich sogar verboten.
  • Sollten mehrere Hunde ein Gefährt ziehen oder will man an einer Zughundeveranstaltung mitmachen, ist es natürlich unerlässlich, dass der eigene Hund mit Artgenossen verträglich ist.

Warum Zughundesport?

Idealerweise beschäftigt man sich, VOR Anschaffung des Hundes mit den Charakteristiken und Ansprüche einer Rasse. Leider ist das aber nicht immer der Fall und so können Verhaltensprobleme durch fehlende oder falsche Auslastung entstehen. OB der Zughundesport für den eigenen Hund als Auslastung und Beschäftigung in Frage kommt, sollte vorab immer von einem Experten abgeklärt werden. Auf jeden Fall gibt es aber Rassen, die in diesem Sport voll aufgehen. Gerade nordische Rassen, die ursprünglich zum Ziehen eines Schlittens gezüchtet wurden, finden in diesem Sport eine tolle Auslastung, aber auch andere lauffreudige Hunde blühen im Zughundesport auf. Wichtig dabei ist, dass auch der Hundebesitzer Spaß daran hat und eine gewisse Sportlichkeit mit sich bringt.

Fazit: Zughundesport kann für Hund und Herrl ein toller sportlicher Ausgleich sein, wobei jedoch einige Punkte vorab beachtet werden sollen, damit dem Sportvergnügen nichts im Wege steht.

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